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Diskussion

BIG DATA und wir – Ist eine freie digitale Gesellschaft möglich?

 

Während man im Silicon Valley lange von einer besseren digitalen Gesellschaft geträumt hat, markieren Edward Snowdens Enthüllungen die erste große Zäsur im digitalen Zeitalter. Ist die Vision eines freien Netzes noch haltbar? Nicht nur Geheimdienste und Cyber-Kriminelle, auch Firmen wie Facebook und Google nutzen unsere digitalen Spuren, um alles über uns zu lernen. Dadurch erlangen sie zunehmend Macht. Gerät unsere Demokratie dadurch ins Wanken? Helfen neue Spielregeln — oder ist es Zeit für aktiven Widerstand durch uns User?

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Personen

Yasmina Banaszczuk schreibt und bloggt als „Frau Dingens“ netzpolitische Analysen und beleuchtet als Autorin vernetzte Strukturen in Politik und Popkultur.

Johannes Caspar ist Hamburgs Datenschutzbeauftragter. Er stritt mit Google über Street View, mit Facebook über die automatisierte Gesichtserkennung und warnt vor „digitaler Tätowierung“.

Malte Spitz ist Bundespolitiker der Grünen, Digital Native und Experte für Netzpolitik. Er veröffentlicht neben seinen Vorratsdaten regelmäßig Artikel zum Digitalen Wandel. Im Oktober erscheint sein Sachbuch „Was macht ihr mit meinen Daten?“

 

Moderation

Heinrich Wefing ist stellvertretender Ressortleiter Politik der ZEIT und Autor der „Gebrauchsanleitung für Kalifornien“.

Diskussion

Die ersten Cyborgs – Erschaffen wir den „neuen“ Menschen?

Teilweise in englischer Sprache

 

Google Glass und Fitness-Tracker sind erst der Anfang: Demnächst können wir Menschen Sensoren immer günstiger implantieren, um geistige und sinnliche Fähigkeiten zu erweitern. Wohin führen diese Erfindungen, die den Menschen zum Cyborg machen? Wie weit können, wollen und dürfen wir gehen? Mario Sixtus, Experte für Digitalen Wandel, moderiert die Diskussion zwischen Johannes S. Ach vom Centrum für Bioethik der Universität Münster, Neil Harbisson (UK), dem weltweit ersten von einer Regierung als Cyborg anerkannten Menschen, und dem Biohacker Rüdiger Trojok. Sind „wir Menschen“ ein Auslaufmodell?

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Personen

Johann S. Ach ist Geschäftsführer des Centrums für Bioethik der Universität Münster und beschäftigt sich mit ethischen Problemen der modernen Medizin.

Neil Harbisson (UK) nimmt Farben nur mit dem von ihm mitkonstruierten Eyeborg wahr. Der britisch-katalanische Künstler und Komponist ist Gründer der „Cyborg Foundation“.

Rüdiger Trojok ist Berater beim Büro für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag und erforscht neue Wege, interessierten Bürgern ein molekulares Verständnis der Zusammenhänge zwischen Natur und Zivilisation zu vermitteln.

 

Moderation

Mario Sixtus ist Journalist und Blogger, er stellt seine GPS-Position seit 2013 permanent ins Netz. Sixtus beschäftigt sich mit den Themen Digitaler Wandel, Netzkultur und Netzpolitik.

Diskussion

Der überflüssige Mensch – Macht uns das Internet arbeitslos?

Teilweise in englischer Sprache

 

Der „Economist“ hat im Frühjahr die Studie von Carl Frey veröffentlicht, laut der 47 Prozent aller Berufe demnächst vom Aussterben bedroht sind, weil Algorithmen und Roboter den Job besser, schneller und günstiger erledigen. Welche Konsequenzen entstehen aus dem technologisch Machbaren für uns als Gesellschaft? Wird der Mensch tatsächlich überflüssig, wenn wir künftig jede Arbeit, die von einer Maschine erledigt werden kann, auch wirklich an sie delegieren — oder wird sich unser Verständnis von Arbeit grundlegend verändern (müssen)?

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Personen

Constanze Kurz ist Mitglied im IG Metall-Vorstand und leitet dort das Ressort „Zukunft der Arbeit“. Sie ist Autorin von „Industrie 4.0 – Der Mensch im Mittelpunkt, aber wie kommt er dahin?“

Carl Frey (SE) ist Ökonom und forscht in Oxford über die Wirkungen von Zukunftstechnologien. Laut seiner Studie „Die Zukunft der Beschäftigung“ sind 47 Prozent aller Berufsarten hochgradig durch Computerisierung bedroht.

Frank Rieger ist Sprecher des Chaos Computer Clubs und hat mit seiner Kollegin Constanze Kurz die aktuelle Automatisierung in deutschen Unternehmen erforscht. Daraus entstand das Buch „Arbeitsfrei – Eine Entdeckungsreise zu den Maschinen, die uns ersetzen“.

 

Moderation

Lena Schiller Clausen war Mitgründerin des ersten „betahaus Hamburg“. Ihr aktuelles Buch „New Business Order“ reflektiert neue Arbeitsformen im digitalen Zeitalter.

Diskussion

Digitale Demokratie – Hunger nach Realität?

 

Es ist einfach, den arabischen Frühling zu „liken“. Aber es erfordert Mut, auf der Straße demonstrieren zu gehen. Gibt es überhaupt so etwas wie digitale Solidarität und Gemeinschaft? Brauchen wir wieder „mehr Realität“, um die wahren Probleme zu lösen? Der Schriftsteller Peter Glaser kritisierte die deutschen Internetuser mit dem kurzen Twitter-Satz: „Zu ich, um wir zu sein!“ Was fehlt der politisch engagierten Netzgemeinde, um die Schlagkraft etwa der 68er-Generation zu erreichen? Gibt es überhaupt eine Gemeinschaft im Netz? Können wir das Internet und uns selbst darin als demokratischen Ort kultivieren? Darüber diskutiert der Philosoph Markus Gabriel mit dem Soziologen Urs Stäheli.

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Personen

Markus Gabriel ist Philosoph und Professor an der Universität Bonn. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen der Erkenntnistheorie, Metaphysik, Religionsphilosophie und Ästhetik.

Urs Stäheli ist Professor für allgemeine Soziologie an der Universität Hamburg und plädiert dafür, dem Vernetzungsimperativ skeptisch zu begegnen.

 

Moderation

Carolin Wiedemann promoviert über Formen von Kollektivität und Widerstand in Zeiten der Informatisierung und arbeitet als freie Journalistin u. a. für die FAS und SpiegelOnline.